|
LSR im Blick

Einen Bericht über den Landesseniorentag finden Sie in der Zeitschrift des Landesseniorenrats "im Blick"
hier
********************************************************
Weitere Informationen zu "im Blick" finden Sie auf der Seite BODENSEESENIOR 
Pressemitteilung des 14. Oktober 2010
Landesseniorenrats Baden-Württemberg e.V.
Rotebühlstr. 131, 70197 Stuttgart
Forderungen beim Landesseniorentag 2010 in Friedrichshafen:
- So lange wie möglich müssen Bürgerinnen und Bürger zu Hause ein selbstbestimmtes Leben führen können
- Maßnahmen gegen drohende ärztliche Unterversorgung sind dringlich
- Einbettzimmer im Pflegeheim muss Standard werden
Ministerpräsident Mappus hebt das Engagement des Landesseniorenrats und der Seniorenräte auf den verschiedenen örtlichen Ebenen hervor
Der Vorsitzende des Landesseniorenrates (LSR) Roland Sing will für Baden-Württemberg Strategien entwickeln, die den Bürgerinnen und Bürgern ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung so lange als möglich garantieren. Deshalb ist es erforderlich, auch alle technischen Möglichkeiten zu nutzen, die diesem Ziel dienen. Sing kündigte dazu einen Kongress im September 2011 in Stuttgart an.
Sorge bereitet aber auch, dass insbesondere im ländlichen Raum immer mehr Ängste wegen drohender ärztlicher Unterversorgung entstehen, während gleichzeitig kleinere Krankenhäuser geschlossen werden. Dazu Sing: „Es gibt Chancen und Möglichkeiten, das zu stoppen bzw. nicht eintreten zu lassen. Erforderlich wäre dann aber, dass das Gesundheitswesen von seiner zentralistischen Ausrichtung weggeführt und wieder deutlich mehr regionale Verantwortung gerade bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung Platz greifen kann.“
„Das Einbettzimmer in Pflegeheimen muss im Südwesten -wie dies auch die Landesheimbauverordnung vorsieht– die Regel sein.“ Das stellte Sing am Donnerstag in den Mittelpunkt seiner Rede beim diesjährigen Landesseniorentag in Friedrichshafen.
Vor rund 1 700 engagierten Älteren vom Main bis zum Bodensee machte er für die Inter-essenvertretung von inzwischen 2,5 Mio. 60-Jährigen und Älteren deutlich: „Den Bestrebungen insbesondere von privaten Heimträgern, die aus unserer Sicht schon zu lange Übergangsfrist von 25 Jahren wieder zu kippen, wird sich der LSR mit aller Entschiedenheit entgegenstemmen.“ Es gehe um die Menschenwürde im Alter, um den letzten Wohnort und Lebensraum vieler pflegebedürftiger Menschen. Sing weiter: „Jeder Einzelne solle sich fragen, ob er an seinem Lebensabend gezwungen werden möchte, seinen persönlichen Schlaf- und Lebensraum teilen zu müssen.“
Großes Interesse fand natürlich auch der Festvortrag von Ministerpräsident Stefan Mappus. Er betonte: „Unsere ältere Generation steht mitten im Leben.“ Seniorenpolitik solle daher nicht nur für, sondern auch eine Politik mit Seniorinnen und Senioren sein. Gerade auch deshalb sei der Landesseniorenrat für das Land ein „sehr wichtiger und kompetenter Gesprächspartner“. Der Ministerpräsident lobte die Arbeit des Landesseniorenrats und die der Seniorenräte auf den verschiedenen örtlichen Ebenen. „Sie sichern und fördern durch ihre Arbeit die Teilhabe und das Engagement der älteren Menschen im Land“, unterstrich der Ministerpräsident.
Seniorinnen und Senioren könnten und würden einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Miteinander der Generationen leisten. Ein wichtiges Feld sei das bürgerschaftliche Engagement, wo sich die Älteren zukünftig noch stärken einbringen und ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die junge Generation weitergeben könnten.
Mit zunehmendem Alter steige die Hilfsbedürftigkeit. In diesem Zusammenhang hob der Ministerpräsident die vielfältigen Initiativen des Landes zur weiteren Verbesserung im Pflegebereich hervor, wie beispielsweise das erst im vergangenen Juni beschlossene Landespflegegesetz. Dessen Ziel sei die Stärkung und Weiterentwicklung der Pflegeberufe.
Einen besonderen Stellenwert habe auch die Unterstützung demenziell erkrankter Menschen und deren Angehöriger. Derzeit werde ein Konzept erarbeitet, das auf entsprechende Hilfestellungen für Betroffene und Angehörige nach der Diagnose abzielen wird.
Aus anderer Sicht ergänzten dies weitere Vorträge: Über „Altersbilder in der Gesellschaft“ nach dem aktuellen 6. Altenbericht der Bundesregierung sprach Prof. Andreas Kruse vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg.
Markus Grübel, MdB aus Esslingen, beleuchtete dies aus Sicht des Bundestagsausschusses Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Nach so viel geballten Informationen vermittelte die „Kultur am Nachmittag“ den Teilnehmenden noch interessante Einblicke in die oberschwäbische Mentalität.
******
Der Landesseniorenrat Baden-Württemberg vertritt die Interessen von 2,5 Millionen Älteren im Südwesten. Er ist ein Zusammenschluss von 42 Seniorenräten der Land-und Stadtkreise sowie 32 Verbänden und Organisationen, die landesweit in der Arbeit für und mit älteren Menschen engagiert sind. Er versteht sich als unabhängiger und weltanschaulich neutraler Anwalt und Partner für die Belange aller Generationen und beteiligt sich aktiv an der Meinungsbildung politischer Entscheidungsträger.
Informationen unter: www.landesseniorenrat-bw.de 
|